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Prickelnd oder still? Eine Frage des Geschmacks

In der Welt des Wassers fühlt sie sich zu Hause. Als Wassersommelière von S.Pellegrino und Acqua Panna kennt Vanessa Boor alle Feinheiten und Besonderheiten von Mineralwasser. Was ihre Arbeit so besonders macht? Vanessa Boor über ihre Begeisterung für Mineralwasser, Schulungen, die auf der Zunge zergehen, und flüssige Gespräche bei Familienessen.

S.Pellegrino: Hallo Frau Boor. Den Weinsommelier kennen wir alle. Aber Wassersommelière – das ist für viele dann doch neu. Was kann man sich darunter vorstellen?

Vanessa Boor: Ganz simpel ausgedrückt ist eine Wassersommelière eine Art Mineralwasserexpertin. Er oder sie kennt alle Feinheiten rund um das Wasser. Und dabei gilt es natürlich auch, die Unterschiede zwischen Mineralwasser, Heilwasser, Quellwasser, Tafelwasser und Leitungswasser zu kennen. Unterschiede sind hier ganz klar die Herkunft, die Herstellungsart und die genaue Zusammensetzung der Mineralien im Wasser.

S.Pellegrino: Was beeindruckt oder begeistert Sie am meisten im Umgang mit Mineralwasser?

Vanessa Boor: Als Wassersommelière interessiert mich besonders, welche Mineralien über die verschiedenen Gesteinsschichten an das Wasser abgegeben werden. Und dass jedes Wasser aufgrund seiner Herkunft einzigartig ist. Denn die Herkunft gibt dem Mineralwasser seinen Geschmack und seine Identität.

S.Pellegrino: Das klingt wirklich sehr spannendend. Und wie wird man Wassersommelière?

Vanessa Boor: Ich habe an der Doemens Academy in Gräfelfing eine Ausbildung zur Wassersommelière gemacht. Das hat zwei Wochen gedauert und war in einen Theorie- und einen Praxispart unterteilt. Mein Highlight waren die täglichen sensorischen Praktika. Dort ging es dann darum, Mineralstoffe, Kohlensäuregehalt oder aber auch sogenannte Fehlernoten im Wasser herauszuschmecken. Am Ende der Ausbildung wird man zu den unterschiedlichen Themenbereichen geprüft. Nach bestandener Prüfung erhält man schließlich ein Zertifikat. Und dann kann man direkt in die Arbeit des Wassersommelières. eintauchen.

Wasserwissen – Von der Schülerin zur Lehrerin

S.Pellegrino: Das klingt nach jeder Menge Know-how. Wie genau wenden Sie das jetzt in Ihrem Arbeitsalltag an?

Vanessa Boor: Ich bin sowohl im Eventmarketing als auch als Produkttrainerin für S.Pellegrino tätig. In diesem Rahmen kümmere ich mich um Veranstaltungen, Messen, Produktschulungen und Servicetrainings. Hier kann ich ganz wunderbar mein zusätzliches Fachwissen als Wassersommelière einbringen.

S.Pellegrino: Wie genau sieht das dann aus?

Vanessa Boor: Ich gebe spezielle Trainings und Wasserschulungen. Dabei gibt es zuerst einen theoretischen Teil, in dem die Teilnehmer die Grundlagen zu Mineralwasser lernen. Im Praxisteil wenden wir die Theorie dann an: Gemeinsam mit den Teilnehmern verkoste ich verschiedene Mineralwassersorten und erkläre die kleinen, aber feinen Unterschiede.

Mineralwasser: Eine Frage des Geschmacks

S.Pellegrino: In Ihrem Seminar bekommen die Teilnehmer also ein Gespür dafür, wie Mineralwasser schmecken kann. Wie genau kann man sich diesen Geschmack denn vorstellen?

Vanessa Boor: Im Grunde so wie bei anderen Lebensmitteln auch. Mineralwasser kann bitter, salzig oder sogar süßlich schmecken. Das hängt vom Mineralstoffgehalt des Wassers ab.

S.Pellegrino: Warum ist es so wichtig, diese geschmacklichen Unterschiede zu kennen?

Vanessa Boor: Gerade wenn Wasser zu Wein oder Speisen gereicht wird, ist es ganz entscheidend, genau zu wissen, wie es schmeckt. Stellen wir uns vor, ein Gast bestellt im Restaurant einen säuerlichen Riesling. Würde man zu diesem Wein ein Mineralwasser mit viel Calcium und Hydrogencarbonat servieren, würde der Wein völlig anders schmecken aufgrund der Bitternoten des Calciums und dem Säurebinder Hydrogencarbonat.

S.Pellegrino: Es ist also wichtig, das passende Mineralwasser zum Wein zu servieren.

Vanessa Boor: Ganz genau. Mineralwasser kann den Geschmack von Wein ideal unterstützen, aber eben auch überlagern und beeinflussen. Bei der Kombination von Wasser und Speisen ist das übrigens ganz ähnlich. Hier kann man bestimmte Aromen mit dem passenden Mineralwasser perfekt hervorheben.

Wasser und Wein – Wie füreinander gemacht

S.Pellegrino: Was wäre ein gutes Wasser-Wein-Pairing? Wozu passen zum Beispiel S.Pellegrino und Acqua Panna besonders gut?

Vanessa Boor: Acqua Panna ist ein stilles und leicht mineralisiertes Mineralwasser, das ideal mit einem gehaltvollen Rotwein harmoniert. Das feinperlige S.Pellegrino passt zum Beispiel perfekt zu einem fruchtigen Weißwein.

S.Pellegrino: Wasser-Pairing ist also eine Kunst für sich. Eine, die viele Gastronomen bereits beherrschen? Oder wird Mineralwasser eher unterschätzt?

Vanessa Boor: Mineralwasser wird meiner Meinung nach eher unterschätzt. Für viele ist Wasser gleich Wasser. Aber so ist es eben nicht. Es gibt wichtige Unterschiede. Und darauf mache ich in meinen Trainings und Seminaren aufmerksam. Am Ende ist es immer schön, zu sehen, dass die Teilnehmer das verstanden haben. Dass es mir also gelungen ist, sie abzuholen und ihnen Wissen mitzugeben.

Liebe zum Wasser – Beruflich, aber auch privat

S.Pellegrino: Man spürt bei Ihnen richtig die Leidenschaft für Ihre Arbeit.

Vanessa Boor: Ja, das stimmt. Mineralwasser ist ein so abwechslungsreiches Produkt. Und das nicht nur beim Wein-Pairing im Restaurant. Auch im Privaten. Man kann es trinken, um einem körperlichen Mangel entgegenzuwirken, um beim Sport Leistung zu bringen oder einfach, um im Alltag hydriert zu bleiben. Ein gutes Mineralwasser ist auch ein Genuss und kann den Geschmack von Speisen und Wein ganz natürlich unterstützen. Für jeden Zweck gibt es das ideale Mineralwasser. Einfach toll.

S. Pellegrino: Hand aufs Herz, welches Mineralwasser trinken Sie am liebsten: sprudelnd oder still?

Vanessa Boor: Stilles Wasser ist mein Favorit für den Alltag – am liebsten Acqua Panna. Ich versuche, am Tag auf mindestens zwei Liter zu kommen. In der Menge vertrage ich die stille Variante am besten. Zum Abendessen beim Italiener trinke ich aber auch gerne mal ein feinperliges S.Pellegrino.

S.Pellegrino: Sie haben täglich mit den Feinheiten von Mineralwasser zu tun. Macht sich Ihre Arbeit da auch mal im Privatleben bemerkbar?

Vanessa Boor: Bei Freunden oder Familie drücke ich natürlich ein Auge zu, wenn mal nicht das richtige Wasser zum Rotwein serviert wird. Aber eigentlich versuche ich schon, immer und überall, aufzuklären. Viele wissen einfach gar nicht, dass jedes Mineralwasser einzigartig schmeckt. Meine Freunde sind aber immer sehr interessiert und wollen gerne mehr erfahren. Ähnlich steht es mit meiner Familie. Mein Schwiegervater in spe fragt mich zum Beispiel  oft im Restaurant, welches Wasser am besten zu welchem Wein passt 

S.Pellegrino: Bei Ihnen gehen also Berufs- und Privatleben buchstäblich fließend ineinander über.

Vanessa Boor: Stimmt, so könnte man es sagen.

S.Pellegrino: In diesem Sinne entlassen wir Sie jetzt in den Feierabend. Vielen Dank für die spannenden Einblicke und das nette Gespräch.

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