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Nicola Dekimpe gewinnt den Vorentscheid 2026

27/10/26

Nicolas Dekimpe gewinnt den deutsch-österreichischen Vorentscheid 2026

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Zehn junge Köch:innen, zehn Lebensgeschichten auf dem Teller – und am Ende ein Moment, der ein Leben verändern kann: Nicolas Dekimpe hat den deutsch-österreichischen Vorentscheid der S.Pellegrino Young Chef Academy gewonnen. Mit seinem Gericht „Nomadic Chef, The Taste of Becoming“ kocht sich der 23-jährige Sous Chef aus Wien ins Weltfinale 2027 nach Mailand. Dort wartet eine der größten Bühnen, die die Spitzengastronomie jungen Talenten zu bieten hat.

Wie sieht eine Weltreise aus, die alle Stationen einer kulinarischen Ausbildung repräsentiert? Für den 23-jährigen Nicolas Dekimpe aus dem Restaurant Herzig in Wien war das im Wettbewerb die große Herausforderung. Denn dieses anspruchsvolle Konzept bildete die Basis für seinen Signature Dish. Schon am Morgen des 27. Oktober lag Spannung in der Luft. Zehn junge Talente aus Deutschland und Österreich kämpften in Frankfurt um einen Platz im Weltfinale. Jede:r von ihnen brachte ein Signature Dish mit – ein Gericht, das erzählt, wer man als Köchin oder Koch ist und wofür man steht.

Die Geschichte hinter dem Teller

Von der belgischen Nordseeküste führte Dekimpes Weg durch verschiedene Küchen Europas bis nach Wien. Unterwegs sammelte er Techniken, Eindrücke und Einflüsse unterschiedlicher Kulturen – Erfahrungen, die heute seine eigene Handschrift prägen. Genau davon erzählt auch sein Signature Dish „Nomadic Chef, The Taste of Becoming“. Es ist eine kleine Reise durch Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, in deren Mittelpunkt die Langustine steht. Die Vergangenheit bildet das Fundament: Herkunft und Erlebnisse, die seine Begeisterung fürs Kochen geweckt haben. Die Gegenwart zeigt Dekimpe in fünf ganz unterschiedlichen Interpretationen der Langustine, in denen sich seine Reisen und Begegnungen widerspiegeln. Die Zukunft schließlich steht für Reduktion, denn die Küche von morgen sieht er eher in Klarheit als in Komplexität: Eine heiße, klare Langustinenbrühe wird über eine hauchdünne Scheibe Knochenmark gegossen, die langsam schmilzt und freigibt, was darunter liegt – so wie sich auch die Zukunft erst mit Zeit, Neugier und Erfahrung zeigt.

„In meiner kulinarischen Handschrift setze ich auf ‚weniger ist mehr‘. Der Preis ist eine tolle Bestätigung, dass ich damit Menschen begeistern kann“, sagt Nicolas Dekimpe.

Neun Michelin-Sterne am Jurytisch

Wer am Ende überzeugte, entschied eine Jury, die selbst zur ersten Liga der deutschsprachigen Küche gehört: Christian Bau (Victor’s Fine Dining), Andreas Krolik (Lafleur), Julia A. Leitner (CODA) und Martin Stopp (ATAMA). Ihr Blick galt nicht nur dem Geschmack. Ebenso zählten handwerkliches Können, Kreativität und die persönliche Haltung hinter dem Gericht.

„Nicolas hat ein unglaublich stimmiges Gesamtpaket abgeliefert. Handwerklich auf höchstem Niveau und mit einer überzeugenden Story“, erklärt Juror Andreas Krolik. Letztendlich setzte sich Nicolas Dekimpe durch. Bernhard Hirschbeck aus Hallwang bei Salzburg und Nouri Abou Alchaar aus Hamburg schafften es in die Top 3.

Drei Sonderpreise vergeben

Neben dem Gesamtsieg wurden drei Sonderpreise vergeben. Mit diesen Preisen zeigt S.Pellegrino, dass gutes Kochen mehr bedeutet als ein schöner Teller: Es geht um Verantwortung, Begegnung und Haltung.

Nachhaltigkeitspreis (S.Pellegrino Social Responsibility Award): Catharina Feuchtmayr aus dem bayerischen Jettingen-Scheppach für ihr Gericht „Last Generation“ – in dem sie traditionelle Wirtshausküche mit viel Respekt für regionale Produkte auf ein neues Niveau gehoben hat.

Preis „Tradition trifft Moderne“ (Acqua Panna Connection in Gastronomy Award): Nicolas Dekimpe aus Wien für „Nomadic Chef, The Taste of Becoming“ – in dem er seinen kulinarischen Werdegang zu einer Weltreise macht, die Kulturen und Küchen verbindet.

Preis für die stärkste persönliche Handschrift (Fine Dining Lovers Award): Kateryna Boniakevych aus dem hessischen Hofbieber für „Roots Beyond Borders“ – in dem sie von ihrer Heimat Ukraine eine Brücke nach Deutschland schlägt, über alle Grenzen hinweg.

Was hinter den Sonderpreisen steckt

Nachhaltigkeitspreis: Hier urteilt die Sustainable Restaurant Association, die mit ihrem Programm Food Made Good weltweit Restaurants auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit begleitet. Gesucht wird ein Gericht, das zeigt: Essen ist dann am besten, wenn es verantwortungsvoll entsteht – von der Herkunft der Zutaten bis zu sozialen und ökologischen Standards. Bewertet werden unter anderem Klimawirkung, Artenvielfalt und der Umgang mit Lebensmittelverschwendung.

Tradition trifft Moderne: Die Mentor:innen der jungen Köch:innen wählen das Gericht, das die Küche der eigenen Heimat am schönsten lebendig hält: mit überlieferten Traditionen und einer modernen, ganz persönlichen Handschrift.

Persönliche Handschrift: Eine Jury aus Journalist:innen und Fachleuten rund um das Genussmagazin Fine Dining Lovers zeichnet das Gericht aus, das am überzeugendsten zeigt, wofür sein:e Köch:in steht – und das auch Genießer:innen ohne Sterneküchen-Erfahrung begeistern kann.